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„Dobir Nov jivot – stark sein für das neue Leben“
Beim Projekt „Dobir Nov jivot – stark sein für das neue Leben“ sollen Roma-Mädchen und junge Roma-Frauen in Deutschland nicht nur willkommen geheißen werden, sondern auch erfahren, dass sie hier erwünscht sind und gebraucht werden. Unser Projekt richtet sich an weibliche Roma im Alter von 6 - 11 Jahre (10 Mädchen) und im Alter von 12 – 18 Jahre (15 Mädchen), die gerade in Deutschland angekommen sind und sich hier in der neuen Umgebung eingewöhnen und wohlfühlen sollen.
In Gelsenkirchen ist der Anteil der Kinder mit Migrationhintergrund besonders hoch, und im Lalok Libre treffen sich die unterschiedlichsten Nationalitäten aus der Türkei, Spanien, Griechenland, Deutschland und Roma aus Bulgarien, Rumänien und dem Kosovo. Unsere gemeinsame Sprache ist Deutsch.
Wir wollen mit den jungen Frauen und Mädchen eine aktive Teilhabe am gesellschaftlichen Leben hier in der Stadt erreichen. Dafür werden wir uns mit verschiedenen Veranstaltungen und Besuchen von interessanten und relevanten Punkten die kulturelle Teilhabe erschließen. Wir werden mithilfe von Fachreferenten Beratungen und Gesprächskreise, beispielsweise zu dem Thema „Neue Welt – alte Welt“, durchführen. Wir werden altersgerechte Sprachkurse anbieten, da die Kinder in fremden Familien fast immer der einzige Knotenpunkt zur Gastgebergesellschaft. So werden über die Töchter auch die Eltern und der Rest der Familie erreicht.
Unterstützt werden wir durch unsere Kooperationspartner dem SJD Die Falken O.V Schalke, RAA Gelsenkirchen, Stadt Gelsenkirchen- „kein Kind zurück lassen“, Gelsensport und die AWO- Katenbergerstraße.
Durch die Grenzöffnung innerhalb der EU hat sich der Zulauf von Roma-Familien enorm erhöht. Im Lalok finden sie eine Anlaufstelle für ihre Fragen, Probleme, und sie werden in sämtlichen Belangen des „Über“-Lebens in einer fremden Kultur unterstützt. Gerade für Mädchen und junge Frauen dieses Kulturkreises stellt die Umsiedelung besondere Probleme dar. Die neue Umgebung, die fremde Sprache, die neue Schule, die offensichtliche Ausgrenzung und Ablehnung seitens der deutschen Bevölkerung.
Hier wollen wir realitätsnahe Integrationsarbeit leisten.
Die massiven Vorurteile leider immer noch sogenannten „Zigeunern“ gegenüber haben einen unmittelbaren negativen Einfluss auf die Integration und Selbstwertschätzung dieser Mädchen zur Folge.
Hier möchten wir mit unserem Projekt ansetzen und pragmatisch Hilfe zur Eingewöhnung in die neue Heimat leisten. Wichtig ist uns die Hilfe zur Selbsthilfe.
So sollen die jungen Roma von den anderen Jugendlichen in das Leben in Gelsenkirchen eingeführt werden. Geplant sind gemeinsame Besuche der Jugendlichen an den neuen Schulen, die die Kinder und Jugendlichen dabei unterstützen sollen, das System Deutschland besser und schneller zu begreifen. Wie läuft das hier, was ist anders? Mit Intensiv-Deutschkursen werden die jungen Roma altersspezifisch gefördert und für ein Leben in Deutschland fitter gemacht.
Durch den Umgang mit anderen Migrantenkindern wird den Roma-Mädchen ein Stück weit die Andersartigkeit genommen, die in einer Umsiedelungssituation eher Hemmungen aufbaut. Im Rahmen der informellen Bildung wollen wir das Selbstbewusststein der Zielgruppe auch durch eine gemeinsame Freizeitgestaltung stärken. Auch für die anderen Mädchen des Lalok ist diese Art der Patenschaft eine gewinnbringende, da sie ihr Verantwortungsbewusstsein ausbauen und ihre Sensibilität von benachteiligten Minderheiten aus einem anderen Blickwinkel heraus erleben. Messen lassen werden wir uns am Erfolg der Teilhabe der Roma-Mädchen am deutschen Leben.
Durch die autonome Erschließung ihres neuen Lebensraumes stärken die Mädchen das Vertrauen in ihr eigenes Können. Sie werden nicht passiv in und durch eine andere Realität geführt, sondern erkunden selbst, verneinen Angebote, die sie nicht wollen, erlernen das Formulieren und Fordern von eigenen Wünschen und Bedürfnissen.
Wir wollen die Zukunftschancen der Mädchen stärken. Daher haben wir besonders eine gelungene Schul-, Ausbildungs- und/oder Studiumsbiographie im Fokus und wollen diese so weit wie möglich unterstützen. Das erreichen wir hauptsächlich durch das Erlernen der deutschen Sprache in einem für die Mädchen gewohnten Umfeld. Dazu kommt zwei mal in der Woche eine erfahrene Honorarkraft für jeweils zwei Stunden. Es werden täglich nach der Schule Hilfe bei den Hausaufgaben angeboten, für Arbeiten/Klausuren gelernt. Außerdem wird ein Bewerbungstrainingsworkshop in insgesamt acht Stunden für die altersentsprechenden Mädchen stattfinden. Geleitet wird der Kurs von einer ausgebildeten Honorarkraft.
Auch wollen wir die schönen und lustvollen Seiten eines Lebens in Deutschland zeigen. So planen wir Ausflüge ins Schwimmbad, Kino, Theater, Museum oder andere für junge Menschen interessante Orte. Im Rahmen der gemeinsamen Teilhabe werden die Mädchen selbst entscheiden, was sie sehen und erleben möchten. Wir wollen gemeinsame Spielnachmittage veranstalten, zusammen kochen und essen oder gemeinsam Übernachten.
Geplant ist auch eine Wochenendexkursion.
Als zeitlichen Rahmen für Maßnahmen außerhalb der Hausaufgabenhilfe und der Lernunterstützung, die ja täglich stattfinden wird, haben wir mindestens drei Tage in der Woche für ca. 3 Stunden eingeplant. Da das Lalok seit vielen Jahren auch mit interkulturellen bildenden Künstlern, Tänzern, Musikern zusammenarbeitet, sehen wir großes Potential in Workshops, die sich auf künstlerischem Gebiet mit der Thematik Roma-Sein befasst. Roma haben eigene Musik, eigene Tänze, die wir gerne mit den Kindern einstudieren wollen und sie später dem Gelsenkirchener Publikum vorführen wollen. Dafür wird einmal wöchentlich zweistündig ein professioneller Tanzlehrer mit dem Mädchen trainieren. So profitieren die jungen Roma nicht nur von der deutschen Kultur, sondern im Umkehrschluss die deutsche auch von der Roma-Kultur.
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